Die Perle in der Auster

DIE IDEE,

mich mit dem Phänomen Leidenschaft nicht nur zu befassen, sondern ernst zu machen und ein Buch darüber zu schreiben, kam mir an einem Sommertag in einem Straßencafé, als ein lachendes, eng umschlungenes  Liebespaar vorbeilief. An den Tischen saßen lauter schweigsame Paare. Auf ihren Gesichtern spiegelten sich die widersprüchlichsten Gefühle: Neid, Missgunst, Wehmut, Trauer, Sehnsucht …

Was machen glückliche Paare anders?

Glückliche Paare stellen Leidenschaft über Sicherheit.

Sie haben es gewagt, nach ihrem Märchenprinzen, bzw. ihrer Märchenprinzessin zu greifen – egal wie riskant und abenteuerlich ihre Wahl erscheint. Wie die Ergebnisse dieser Studie zeigen, scheint das Risiko sich auszuzahlen – jedenfalls für diejenigen, die auf die ganz großen Gefühle, auf Rausch und Ekstase nicht verzichten wollen.

VORAUSSETZUNGEN

Vernünftige Beziehungen können ewig lange halten, doch ist das die Hauptsache? Gleiche Hobbys, gleiche Ansichten, gleiche Einkommen – und irgendwann steht man im Partnerlook da. Und dann? Soll es das gewesen sein?

Der Leser wird mit der Frage konfrontiert, wieso viele Paare in Beziehungen leben, die sie doch längst ins fade Abseits der Gefühle geführt haben.

Gleichermaßen wird der Leser ermutigt: Liebespaare, die ihren ganz großen Gefühlen trauen, haben die besten Chancen auf dauerhafte Leidenschaft. Die These, dass der Stellenwert der Leidenschaft – im Gegensatz zu dem der Sicherheit – die Qualität einer Partnerschaft bestimmt, wird durch zahlreiche Beispiele aus Literatur und Film, durch Interviews mit Betroffenen sowie autobiographische Details gestützt und illustriert.

MEINE ZIELVORGABEN

  • Über das Unanständige anständig zu schreiben.
  • Nichts auszulassen, nur weil das Reden oder Schreiben darüber schwierig ist.
  • Mit der gebotenen Nüchternheit das absolut unnüchterne Phänomen Leidenschaft zu betrachten.
  • Dem lüsternen Blick auf das Sensationelle Einhalt zu gebieten.

AUFBAU

DIE PERLE IN DER AUSTER ist in vier Teile gegliedert

  1. Trau dich, oder: Die große Liebe braucht Mut
    Warum macht Leidenschaft Angst? Warum machen große Gefühle überhaupt Angst? Ist der Rausch am Anfang nur eine Illusion? Gibt es Liebe ohne Sex? Oder Sex ohne Liebe?
  2. Festhalten, oder: Die erotische Inszenierung
    Können wir Liebe, Lust und Leidenschaft noch ernst nehmen? Taugt Sex nur noch für kommerzielle Zwecke, dumme Witze und Horrormeldungen? Ist die Inszenierung in der Erotik ein Kunstwerk? Leidenschaft ist nichts für Feiglinge.
  3. Loslassen, oder: Zwischen Verschmelzung und Abgrenzung
    Warum bleibt mir der Andere so fremd? Die Einsamkeit im Sich-Nahe-Sein als Beziehungsmodell? Geh weg, komm her – Versautes und Vertrautes. Die Ambivalenz als Mysterium.
  4. Zusammenrücken, oder: Die erotische Glut
    Geht die Leidenschaft in Rente? Sexualität, Ehe und Partnerschaft – Was sagen uns die klugen Leute? Du bist schön – auch morgen noch? Das Beste ist der durch Liebe geadelte Sex.


ERZÄHLENDES SACHBUCH – ESSAY

Einer so schillernden Angelegenheit wie der Leidenschaft steht auch eine vielschichtige Betrachtungsweise zu.

Keine andere literarische Form als das Essay – der „Versuch“ – ist angemessen, sich diesem Phänomen anzunähern, dessen Wahrnehmung zudem durch allerhöchste Subjektivität gekennzeichnet ist.

Der analytische Blick auf dem Hintergrund mehrerer unterschiedlicher Disziplinen wie der Literaturgeschichte, der Bildenden Kunst, Theologie und Philosophie sowie der aktuellen psychologischen Fachliteratur bringt zutage, dass die Leidenschaft keineswegs nur eine helle, leichte Seite hat, sondern auch eine dunkle, abgründige. Erst, wenn beide Seiten zu ihrem Recht kommen, kann Leidenschaft sich in ihrer Ganzheit entfalten.

Herausgekommen ist kein dröger Wissenschaftsbericht, sondern ein erzählendes Sachbuch mit dem Anspruch, umfassend zu informieren und gleichermaßen zu unterhalten.

DIE PERLE IN DER AUSTER ist kein Ratgeber. Ich glaube nicht an die Machbarkeit von Gefühlen. Erst recht nicht in Bezug auf Leidenschaft.

Anstatt Tipps zu geben, stütze ich mich auf Geschichten.

Geschichten halten dem Leser einen Spiegel vor und können die Auseinandersetzung mit der eigenen Realität erleichtern. Besonders Frauen suchen in Geschichten Vorbilder und Lebensmodelle: Verhält sich die Romanheldin so, wie sie selbst es niemals wagen würde? Beim Lesen der literarischen Beispiele und biographischen Fallbeispiele werden Möglichkeiten des eigenen Verhaltens durchgespielt, und zwar risikofrei.

DIE PERLE IN DER AUSTER ist über mehrere Jahre gewachsen. Schicht um Schicht ist dazugekommen, der gleiche Prozess wie bei einer echten Perle.

THEMATISCHE HINTERGRÜNDE

Unser Zeitgeist lässt leidenschaftlichen Gefühlen kaum noch Raum.

Wir sind auf Effizienz getrimmt. Unser Tun wird nicht mehr danach beurteilt, ob es jemandem nützt oder schadet, sondern danach, ob es Standards erfüllt. Was zählt, sind Außenwirkung und Vermarktung – Sinnbild geworden im allgegenwärtigen Portfolio, wo ein schnelles Durchblättern – auch speed reading genannt – den subjektiven Blick auf den Anderen ersetzt.

Meine Person und mein Handeln haben ihre Berechtigung nur mehr als Teil eines Verwaltungs- oder eines Businessapparates.

Abgehakt und zum konkurrierenden Vergleich ausgehängt – so empfinde ich vieles, was von mir erwartet wird und was meine Zeit und Energie beansprucht.

Wo aber bleibt das, was mich unbedingt angeht? Was für mein Leben Relevanz hat?

Leidenschaft ist definitiv relevant. Warum das so ist, warum wir wieder eine Kultur der Leidenschaft brauchen – gegen Lethargie, Gleichgültigkeit und Abgeklärtheit –, davon handelt die PERLE IN DER AUSTER.

AKTUALITÄT

Spätestens, wenn die Werbung ein Phänomen oder einen Begriff in den Fokus rückt, wird dessen Aktualität offenbar („Lätta – Mut zur Leidenschaft“, „Magnum – Für Genuss aus Leidenschaft“, „Porsche – Die Geschichte einer Leidenschaft“).

Im Vergleich dazu haben Schriftsteller noch stärkere Sensoren für den Nerv der Zeit. Die Brisanz gesellschaftlicher Bedürfnisse erkennen sie wesentlich früher, als die Marktstrategen unsere heimlichsten Sehnsüchte zu sezieren in der Lage sind. Davon zeugen neben zahlreichen Titelstories der letzten Monate (Spiegel, Brigitte, ELLE) auch Neuerscheinungen auf dem Buchmarkt, die sich der Liebe und Leidenschaft widmen.

Offenbar haben wir genug davon, immer nur auf dem Boden zu bleiben. Wir sehnen uns nach Höhenflügen, nach echtem Abenteuer. Nach einem wahrhaft heroischen Akt. Nach Gefahr, Ekstase, Drama und Hingabe – und weniger nach Vernunft. Die zeigen wir nämlich zur Genüge in anderen Lebensbereichen.

Nicht nur, weil zu viel Vernunft in Liebesdingen sterbenslangweilig ist. Sondern weil sie, was ihren Einfluss auf die Dauer von Partnerschaften betrifft, aktuellen empirischen Untersuchungen nicht standhält.

Es geht nicht mehr darum beziehungsfähig zu sein, sondern um den Mut zur Katastrophe. Ohne Netz und doppelten Boden.

Aber mit Wildheit, Einfällen und Überraschungen.

Während in der Werbung Erinnerungen an leidenschaftliche Momente geweckt werden, geht es mir um das Erleben von Leidenschaft – inklusive ihrer Explosivkraft und ihrem kreativem Potential.

Deshalb wage ich in unserer (trotz momentaner Wirtschaftsschwäche) durch und durch abgesicherten Lebenswelt die These:

Glückliche Paare stellen Leidenschaft über Sicherheit.

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