Neue Projekte

Ein Buch über Tod und Trauer – entstanden ist das Projekt aus der Erfahrung der Sterbebegleitung meines Vaters.

Der Tod meines Vaters bedeutet einen Einschnitt in meiner Biografie, der diese existentielle Beschäftigung mit der Thematik Tod und Trauer einfordert.

Wer versteht das schon, dass ein geliebter Mensch einfach aufhört zu sein?

In einer für mich neuen konzeptionellen Herangehensweise versuche ich mich dieser Frage anzunähern.

Hintergrund 

Der Tod ist die Relevanz schlechthin: Das Ende von allem Lebendigen verweist auf den Anfang von allem Lebendigen.

Der Tod macht Angst. Der Wunsch, ihm zu entkommen, entspringt der Angst vor dem Leben. Angst löst den Wunsch nach Absicherung aus. Wir haben heute, im Widerspruch zu unseren abgesicherten Lebensbedingungen, ein erstaunlich großes Sicherheitsbedürfnis. Versicherungsgesellschaften und religionsähnliche Gemeinschaften leben gut davon. Sollten wir uns stattdessen nicht lieber dem Leben stellen? Wer sich dem Leben stellt, der wird auch das Sterben und den Tod nicht aus dem Auge verlieren.

Die Angst vor dem Tod wirft Fragen auf, die vorzugsweise Religionen beantworten: Von ihren ersten Ursprüngen an versuchen Religionen, die Macht des Todes in einem  von der jeweiligen Gesellschaftsform abhängigen Maße zu bannen.

In kapitalistischen Gesellschaften leistet man sich den Blick zurück nicht mehr. Es geht nicht mehr darum zu bannen, sondern zu verbannen. So ist in einer von Business und Zeitmanagement bestimmten Lebenswelt der Tod mehr oder weniger gesichtslos geworden.

Die Frage, die sich dem modernen Menschen des 21. Jahrhunderts stellt, ist, ob sich mit einem verbannten Tod wirklich gut leben lässt.

Mit meinem neuen Buch-Projekt möchte ich dem Tod ein Gesicht geben: Das des Schreckens, der Verzweiflung, der Angst, der Hoffnung und der Suche nach Wegen mit und aus der Trauer.

Voraussetzungen

Der Tod stellt eines der rätselhaftesten Mysterien der Menschheit dar.

Der Verlust eines geliebten Menschen durch Alter, Krankheit oder Unfall, das Abschiednehmen und die Trauer sind Erfahrungen, mit denen jeder irgendwann im Leben konfrontiert wird.

In dieser radikal alternativlosen Situation können Zweifel und Schuldgefühle das gesamte bisherige Leben in Frage stellen: Hätte man nicht mehr helfen müssen? Hätte man nicht alles vollkommen anders machen müssen?

Wer sich mit dem Sterben und dem Tod auseinandersetzt, der stellt sich auch die entscheidenden Fragen nach dem Leben. Das Lebensende eines geliebten Menschen verweist auf die Endlichkeit allen – auch des eigenen – Lebens.

Und so wird deutlich: Auf die Angst vor dem Tod können wir eingehen, indem wir mit Sorgfalt auf das Leben eingehen.

Umgekehrt bedeutet das: Die Beschäftigung mit dem Tod bestimmt das Verhältnis zum Leben.

Fragen, die das Buch stellt

  • Wie verändern eine unheilbare Krankheit und das Sterben des Partners, des eigenen Kindes oder eines anderen geliebten Menschen die noch verbleibende, gemeinsame Zeit?
  • Wie bewältigt man die radikale Unabänderlichkeit der Situation?
  • Wie gelingt es, angesichts der Verlusterfahrung weiterzuleben?
  • Wie integriert man den Verstorbenen in das Leben danach?
  • Wie verändert sich die Beziehung zum Verstorbenen?