Neue Projekte

 

Lass uns über den Tod reden – ein Buch über Tod und Trauer – erscheint im März 2019 im Ch. Links Verlag Berlin.

Entstanden ist das Projekt aus der Erfahrung der Sterbebegleitung meines Vaters.

Der Tod meines Vaters bedeutet einen Einschnitt in meiner Biografie, der diese existentielle Beschäftigung mit der Thematik Tod und Trauer einfordert.

Wer versteht das schon, dass ein geliebter Mensch einfach aufhört zu sein?

In einer für mich neuen konzeptionellen Herangehensweise versuche ich mich dieser Frage anzunähern.

 

HINTERGRUND – IDEEN, FRAGEN, ZIELE

Jeder weiß es, geredet wird kaum darüber: Sterben und Tod machen Angst.

18 vielschichtige, berührende und sehr persönliche Geschichten durfte ich hören und niederschreiben, in denen meine Interviewparterinnen und -partner über den Verlust eines geliebten Menschen erzählen.

Wie gehen wir mit dem Sterben, dem Tod und der Trauer um einen wichtigen, geliebten Menschen um?

Das Buch lädt ein, sich mit den Erfahrungen anderer Menschen auseinander zu setzen.

Dabei sind: Dr. Hans Jellouschek (Psychotherapeut, Theologe, Buchautor), Joe Bausch (Gefängnisarzt, Schauspieler, Autor), Gisela Getty (Autorin), Jochen Busse (Schauspieler, Kabarettist, Moderator, Buchautor), Ilse Rübsteck (eine der letzten Holocaust-Überlebenden), Monika Ehrhardt-Lakomy (Autorin, Texterin), Katrin Sass (Theater-, Film- und Fernsehschauspielerin), Dieter Thomas Kuhn (Musiker, Sänger), Dr. Boris Palmer (Politiker, Oberbürgermeister Tübingen), Roland Kachler (Psychotherapeut, Theologe, Buchautor), Enno Kalisch (Schauspieler, Sprecher, Improvisationskünstler), Jan Schmitt (Regisseur, Dokumentarfilmer), Prof. Christof Müller-Busch (Palliativ-Mediziner, Hochschullehrer, Autor), Dr. Axel Nacke (Arzt, Onkologe), Christopher Buchholz (Film- und Fernsehschauspieler, Regisseur), Horst Walther (Bestatter, Trauerredner), Ulrike Bliefert (Autorin, Film- und Fernsehschauspielerin), Prof. Arsène Verny (Rechtswissenschaftler, Universitätsprofessor).

Sie erzählen ihre Geschichten aus ganz verschiedenen Perspektiven: Der Tod als Versöhner, Herausforderer, Lebensbegleiter, Weichensteller, Lehrmeister, Berufsfeld. 

 

Die Fragen

Mit meinen Fragen gehe ich so weit über das eigentliche Thema hinaus, dass der autobiographische Ansatz des jeweiligen Interviewpartners erkennbar und begründet wird:

Welche Erfahrungen und Lebensereignisse liegen zugrunde, dass diese Person genau diese Einstellung zu Tod und Trauer hat, die sie hier darlegt?

So ist die Schauspielerin, die ihre früh verstorbene Mutter nie kennen lernen konnte, von einer lebenslangen Trauer erfüllt, der Palliativmediziner, dessen Bruder sich im Alter von 17 Jahren vor den Zug warf, widmet sich beruflich ausschließlich dem Thema Tod, und der Wissenschaftler, der alles rational sieht, vermeidet metaphysische Fragen nach Tod, Trauer und Schuld aus „Energieerhaltungsgründen“.

Wichtig ist mir hierbei, dass keinerlei Wertung vorgenommen wird. Jede Geschichte ist eine Bereicherung. Je unterschiedlicher der Umgang mit dem Thema Tod, desto reicher ist der Schatz an berührenden, existentiellen Geschichten für den nach Antworten suchenden Leser.

 

Antworten geben

Mit den Stimmen meiner Interviewpartnerinnen und -partner möchte ich dem Tod ein Gesicht geben: Das des Schreckens, der Verzweiflung, der Angst, der Versöhnung, der Hoffnung und der Suche nach Wegen mit und aus der Trauer.

  • Wie verändern die unheilbare Krankheit und das Sterben des Partners, des eigenen Kindes oder eines anderen geliebten Menschen die noch verbleibende, gemeinsame Zeit?
  • Wie lässt sich die radikale Unabänderlichkeit der Situation bewältigen?
  • Wie gelingt es, angesichts der Verlusterfahrung weiterzuleben?
  • Wie integriert man den Verstorbenen in das Leben danach?
  • Wie verändert sich die Beziehung zum Verstorbenen?

 

Ziele – Das Buch

  • erzählt von Tod und Verlust wichtiger und geliebter Menschen;
  • sucht Antwort auf die Frage, wie dem Tod zu begegnen ist;
  • thematisiert Selbstzweifel und Schuldgefühle;
  • vermittelt Erfahrungen im Umgang mit unheilbar Kranken und Sterbenden;
  • zeigt, wie Trauernde sich Rituale erschaffen;
  • zeigt Perspektiven für ein Leben mit der Trauer auf;
  • entwickelt Möglichkeiten, die/den Verstorbene(n) in das Leben zu integrieren;
  • macht sichtbar, dass die Begegnung mit dem Tod Weichen für das Leben stellt;
  • beschreibt die subjektiven Emotionen in einer extremen Situation, ohne zu werten;
  • stellt bekannte Persönlichkeiten aus einem unbekannten Blickwinkel dar.

 

Der Tod stellt eines der rätselhaftesten Mysterien der Menschheit dar. Der Verlust eines geliebten Menschen durch Alter, Krankheit oder Unfall, das Abschiednehmen und die Trauer sind Erfahrungen, mit denen jeder irgendwann im Leben konfrontiert wird.

Wer sich mit dem Sterben und dem Tod auseinandersetzt, der stellt sich auch die entscheidenden Fragen nach dem Leben. Das Lebensende eines geliebten Menschen verweist auf die Endlichkeit allen – auch des eigenen – Lebens.

So wird deutlich: Auf die Angst vor dem Tod können wir eingehen, indem wir mit Sorgfalt auf das Leben eingehen.